Für Betreiber von Recyclinganlagen ist eine zuverlässige Früherkennung ein wichtiger Bestandteil der Anlagensicherheit.
Denn gefährliche Temperaturentwicklungen sind nicht immer sofort sichtbar:
Materialien können sich zeitverzögert erwärmen und ein Risiko darstellen, lange bevor Flammen oder Rauch entstehen.
Die intelligente Vecoplan Wärmebildkamera überwacht deshalb definierte Bereiche kontinuierlich und kombiniert thermische mit visuellen Bildinformationen.
Warum steigt das Brandrisiko in Recyclinganlagen?
Das Brandrisiko steigt vor allem, weil immer mehr akkubetriebene Produkte über den Haus- und Restmüll in Recyclinganlagen gelangen. Werden die darin enthaltenen Lithium-Ionen-Akkus und Batterien während der Aufbereitung beschädigt, können Kurzschlüsse und starke Erwärmungen entstehen. Das erhöht das Risiko für einen Brand in einer Recyclinganlage. Die besondere Herausforderung: Ein solcher Temperaturanstieg muss nicht sofort durch Rauch oder Flammen sichtbar werden. Dadurch kann sich ein Hotspot entwickeln, bevor das Problem erkannt wird. Eine frühzeitige thermische Überwachung hilft, ungewöhnliche Temperaturentwicklungen rechtzeitig zu erkennen und zu bewerten.
Was ist das Vecoplan Hotspot Monitoring?
Das Vecoplan Hotspot Monitoring ist eine kamerabasierte Lösung zur Erkennung kritischer Temperaturentwicklungen in Recyclinganlagen.
Eine Wärmebildkamera überwacht dafür definierte Bereiche, einzelne Messpunkte und ganze Überwachungszonen kontinuierlich auf ungewöhnliche Temperaturen. Wird ein individuell festgelegter Temperaturgrenzwert überschritten, löst das System einen Alarm aus. So können Anlagenbetreiber auf kritische Ereignisse reagieren, bevor sich ein Hotspot zu einem Brand entwickelt.
Die wichtigsten Funktionen im Überblick:
- Flächige Temperaturüberwachung definierter Anlagenbereiche
- Individuell konfigurierbare Temperaturgrenzwerte
- KI-gestützte Bewertung ungewöhnlicher Temperaturereignisse
- Wärmebild und visuelles Bild in einem System
- Kontinuierliche Überwachung relevanter Bereiche
- Integration in das Vecoplan Smart Center (VSC)
- Funktionsfähigkeit auch bei Internetausfall
Wie KI die Brandfrüherkennung unterstützt
Eine erhöhte Temperatur bedeutet nicht automatisch, dass Brandgefahr besteht. In Recyclinganlagen können beispielsweise auch Fahrzeuge, Abgase oder bestimmte Maschinenkomponenten thermische Auffälligkeiten verursachen. Deshalb bewertet die KI-gestützte Bilderkennung die Messwerte im jeweiligen Anlagenkontext. Erkennt das System beispielsweise einen Temperaturanstieg im Bereich der Materialzulieferung, kann es berücksichtigen, ob dort gerade ein Stapler oder Radlader im Einsatz ist. Die Kombination aus Temperaturmessung, Wärmebild, visuellem Kamerabild und KI-gestützter Auswertung hilft dabei, relevante Ereignisse von erwartbaren Temperaturerhöhungen zu unterscheiden. Das kann unnötige Alarme reduzieren und dem Anlagenbediener eine schnellere Einschätzung der Situation ermöglichen.
Wo lässt sich die Wärmebildkamera einsetzen?
Eine Wärmebildkamera für Recyclinganlagen kann in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden, nicht nur an einzelnen Förderbändern.
Ein Vorteil gegenüber Sensoren, die direkt im Materialstrom installiert sind: Die Wärmebildkamera befindet sich außerhalb des Materialstroms. Dadurch ist sie keinem direkten mechanischen Verschleiß durch das Material ausgesetzt. Auch das Risiko einer Verschmutzung durch das Material ist dadurch geringer.
Welche Zonen überwacht werden, hängt von der jeweiligen Anlagenkonfiguration und den individuellen Anforderungen ab.
Dazu gehören beispielsweise:
- Förderbänder und Materialströme
- Materialbunker
- Halden
- Materialzulieferungen
- bestimmte Maschinenteile
- weitere individuell definierte Überwachungszonen
Wärmebild plus Kamerabild: Alarme besser beurteilen
Die bi-spektrale Kamera liefert neben dem Wärmebild ein visuelles Kamerabild des überwachten Bereichs. Dadurch erhält der Anlagenbediener im Alarmfall nicht nur die Information über eine ungewöhnliche Temperatur, sondern auch einen direkten visuellen Eindruck der Situation vor Ort. Über das Vecoplan Smart Center kann er sich auf die Anlage aufschalten und das Ereignis unmittelbar einsehen. So lassen sich thermische Auffälligkeiten besser einordnen und relevante von potenziell unkritischen Ereignissen unterscheiden.
Hotspot Monitoring im Vecoplan Smart Center
Vecoplan integriert das Hotspot Monitoring in das Vecoplan Smart Center (VSC), die digitale Steuerungszentrale der Anlage. Im VSC werden Temperaturdaten und Alarme zentral verarbeitet. Das Kamerasystem bleibt auch bei einem Internetausfall funktionsfähig; eine permanente Internetverbindung ist für die Überwachung nicht erforderlich.
Für die Verarbeitung der Mess- und Videodaten kommen unter anderem eine speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) und der VSC.router für die sichere IT-technische Anbindung zum Einsatz. Über diese digitale Infrastruktur können Fachleute Anlagenbetreiber außerdem per Remote Service bei der Bewertung von Ereignissen unterstützen.
Brandfrüherkennung in Recyclinganlagen als Teil des Gesamtkonzepts
Als Gesamtanlagenanbieter bietet Vecoplan Lösungen für verschiedene Prozessschritte – von der Zerkleinerung über die Förder- und Siebtechnik bis zur Reinigungstechnologie. Das Hotspot Monitoring ergänzt dieses Portfolio um die kontinuierliche thermische und visuelle Überwachung definierter Anlagenbereiche.
Die Integration in ein Gesamtsystem bietet Anlagenbetreibern unter anderem:
- weniger Schnittstellen zwischen unterschiedlichen Systemen
- aufeinander abgestimmte Komponenten
- zentrale Verarbeitung von Informationen
- Möglichkeiten zur Nachrüstung bestehender Anlagen
- kontinuierliche Überwachung definierter Anlagenbereiche
Die zunehmende Verbreitung akkubetriebener Geräte stellt Recyclinganlagen auch künftig vor neue Herausforderungen. Umso wichtiger ist es, kritische Temperaturentwicklungen frühzeitig zu erkennen und im jeweiligen Anlagenkontext zu bewerten. Intelligente Wärmebildtechnik verbindet Temperaturmessung, visuelle Informationen und KI-gestützte Auswertung zu einer kontextbezogenen Brandfrüherkennung.
FAQ: Häufige Fragen zur Brandfrüherkennung in Recyclinganlagen
Ein Lithium-Ionen-Akku-Brand kann entstehen, wenn ein Akku während der Aufbereitung mechanisch beschädigt wird. Dabei können Kurzschlüsse und starke Erwärmungen auftreten. Gelangt der beschädigte Akku in den weiteren Recyclingprozess, kann daraus ein Brand entstehen. Deshalb stellen Lithium-Ionen-Akkus ein besonderes Brandrisiko für Recyclinganlagen dar.
Eine Wärmebildkamera überwacht definierte Bereiche einer Recyclinganlage kontinuierlich auf ungewöhnliche Temperaturentwicklungen. Überschreitet die Temperatur in einer Überwachungszone einen individuell festgelegten Grenzwert, löst das System einen Alarm aus. Zusätzlich kombiniert das Vecoplan Hotspot Monitoring das Wärmebild mit einem visuellen Kamerabild und einer KI-gestützten Bewertung. Dadurch können Anlagenbetreiber thermische Auffälligkeiten im jeweiligen Anlagenkontext besser einordnen und potenzielle Hotspots frühzeitig erkennen.
Ein Hotspot ist ein Bereich mit einer auffällig erhöhten Temperatur. Der Temperaturanstieg kann auf eine kritische Entwicklung hindeuten, muss aber nicht zwangsläufig einen Brand bedeuten. Deshalb ist es wichtig, das thermische Ereignis im jeweiligen Anlagenkontext zu bewerten.
Ja. Das Kamerasystem ist mit dem Vecoplan Smart Center verbunden, aber nicht von einer permanenten Internetverbindung abhängig. Die Funktion des Systems bleibt daher auch bei einem Internetausfall erhalten.
Ja, grundsätzlich kann die Kameralösung in unterschiedliche Systeme integriert und zur Nachrüstung bestehender Recyclinganlagen eingesetzt werden. Welche Konfiguration sinnvoll ist, hängt von den zu überwachenden Anlagenbereichen und den individuellen Überwachungsanforderungen ab.