PPWR (EU-Verpackungsverordnung): Materialreinheit als Schlüssel für die Rezyklatquote

01.07.2026
Vecoplan AG

Die PPWR (EU‑Verpackungsverordnung) macht den Einsatz von Rezyklaten in Verpackungen verbindlicher, doch vielen Unternehmen fehlt ein wirtschaftlich umsetzbarer Weg zur nötigen Materialreinheit und Rezyklatquote. Vecoplan zeigt mit integrierten Aufbereitungskonzepten aus Zerkleinerung und (Trocken-)Reinigung, wie sich regulatorische Ziele in der Praxis erreichen lassen.

In der PPWR (Packaging and Packaging Waste Regulation) sind zwar klare Ziele für den Einsatz von Rezyklaten gesetzt, doch in der Praxis fehlt oft noch das „Wie“. Aufgrund steigender Kosten und unsicherer Rahmenbedingungen bleibt die Kreislaufwirtschaft aktuell hinter ihren Möglichkeiten zurück. Moderne Zerkleinerungs- und Reinigungstechnologien sowie durchdachte Aufbereitungskonzepte wie wir sie anbieten, zeigen jedoch bereits heute, wie sich regulatorische Zielvorgaben in die Praxis umsetzen lassen.

Regulatorischer Druck: Was die PPWR (EU-Verpackungsverordnung) für Recycling bedeutet

Die Kunststoffindustrie steht aktuell nicht nur durch die EUVerpackungsverordnung unter enormem Druck. Steigende Rohstoffpreise, unsichere Märkte und hohe Energiekosten belasten vor allem kleine und mittelständische Unternehmen. Investitionen in Recyclingtechnologien werden dadurch oft verzögert oder ganz gestoppt.

Zwar soll die PPWR langfristig für mehr Planungssicherheit sorgen, indem sie verbindliche Rezyklatquoten einführt – kurzfristig bleibt die Lage jedoch komplex. Ein zentrales Problem: Primärkunststoffe sind häufig günstiger als Rezyklate.

Solange Primärkunststoffe häufig günstiger sind als aufbereitetes Rezyklat, haben wir ein strukturelles Problem. Die Nutzung von Rezyklaten ist deshalb oft eine Frage der Wirtschaftlichkeit.
Tim Hamer , Vecoplan AG
Director Sales

Materialreinheit: Warum Verunreinigungen Rezyklate ausbremsen

Mit der PPWR Regulation steigt der Druck zur Nutzung von Rezyklaten und auch die Anforderungen an deren Qualität nehmen zu. Für hochwertiges Kunststoffrecycling ist Materialreinheit dabei der zentrale Hebel. Besonders im Verpackungsbereich werden Rezyklate benötigt, die höchsten technischen Ansprüchen genügen.

Ein zentrales Hindernis dabei ist die Qualität der Inputströme. Kunststoffabfälle enthalten häufig Fremdmaterialien wie:

  • andere Polymere 
  • Papier- und Kartonreste 
  • mineralische Bestandteile 
  • organische Verschmutzungen

Schon geringe Verunreinigungen können die Materialeigenschaften erheblich verschlechtern und den Einsatzbereich des Rezyklats einschränken. Die Folge: höhere Prozesskosten und häufig ein Abstieg in weniger anspruchsvolle Anwendungen – sogenanntes Downcycling.

"Die Herausforderung liegt weniger im Ob, sondern im Wie", so Tim Hamer. "Entscheidend ist, die notwendige Reinheit unter realen Bedingungen wirtschaftlich zu erreichen."

Kunststoffaufbereitung als System: Zerkleinerung und Reinigung im Zusammenspiel

An genau diesem Punkt setzen moderne Lösungen an. Entscheidend ist dabei vor allem das Zusammenspiel aller Prozessschritte, von der Zerkleinerung bis zur Reinigung.

Nur wenn der gesamte Aufbereitungsprozess optimal aufeinander abgestimmt ist, lassen sich stabile und hochwertige Rezyklate erzeugen.

Wir bei Vecoplan verfolgen dabei einen integrierten Ansatz, der Zerkleinerungs- und Reinigungstechnologie kombiniert. Ziel ist es, nicht nur einzelne Prozessschritte zu optimieren, sondern die gesamte Wertschöpfungskette effizienter zu gestalten.

Ein wichtiger Hebel liegt bereits in der Zerkleinerung selbst: Durch optimierte Schneidgeometrien und anwendungsspezifische Systeme lassen sich Effizienzsteigerungen von bis zu 30 % erzielen.

Trockenreinigung (Kunststoff): Vorteile ohne Wasser

Mit der Integration unseres Tochterunternehmens Pla.to stärken wir gezielt den Bereich der Trockenreinigung.

Der besondere Vorteil: Dieser Prozess kommt vollständig ohne Wasser aus.

Die Trockenreinigung kann dabei flexibel eingesetzt werden:

  • als eigenständiger Reinigungsschritt 
  • als Vorstufe für nasschemische Prozesse 
  • zur Reduzierung von Wasser- und Energieverbrauch
  • zur Vorbereitung für chemisches Recycling 

Je nach Anwendung ermöglicht sie entweder eine ausreichend hohe Materialqualität ohne weitere Nassreinigung oder verbessert als vorgeschalteter Schritt die Effizienz nachfolgender Prozesse deutlich.

Fazit: So wird die Rezyklatquote wirtschaftlich erreichbar

Als PPWRZusammenfassung lässt sich festhalten: Die PPWR zeigt klar die Richtung mehr Kreislaufwirtschaft, eine höhere Rezyklatquote in Verpackungen und bessere Materialkreisläufe. Technologisch sind viele dieser Anforderungen bereits heute erfüllbar.

Die eigentliche Herausforderung liegt in der wirtschaftlichen und prozesstechnischen Umsetzung. Entscheidend ist die Kombination aus stabilen Verfahren, flexibler Technologie und durchgängigen Aufbereitungskonzepten.

Genau diese Verbindung ist bereits heute möglich. Bis die regulatorischen Rahmenbedingungen allerdings vollständig ausgereift sind, können flexible Technologien wie die Trockenreinigung dazu beitragen, Investitionsrisiken zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft Schritt für Schritt Realität werden zu lassen.

Sind Sie bereit für die PPWR? Unser Whitepaper zeigt, wie Sie PPWR-Anforderungen mit Fokus auf Prozessstabilität und Materialreinheit operativ umsetzen.